Fairtrade im Faktencheck: Was Stiftung Warentest zur Schokolade wirklich sagt
Warum die Kritik der Stiftung Warentest nicht gegen Fairtrade gerichtet ist
Der aktuelle Schokoladen-Test der Stiftung Warentest vom 19.11.2025 sorgt für Verunsicherung. Viele Menschen fragen sich: Ist Fairtrade noch verlässlich? Ein Grund für diese Unsicherheit liegt weniger im Test selbst, sondern vielmehr darin, wie einzelne Medien die Ergebnisse zusammenfassen.
Unser Partner Dirk Steinmeyer der Süd Nord Beratung macht sich die Mühe klarzustellen: „Die Kritik der Stiftung Warentest richtet sich ausdrücklich nicht gegen das Fairtrade-System als solches. Beanstandet werden vielmehr zusätzliche Nachhaltigkeitsversprechen einzelner Hersteller.“
Tatsächlich werden im Test freiwillige Zusatzversprechen einzelner Unternehmen, also Leistungen, die über Fairtrade hinausgehen, beanstandet. Konkret betroffen:
- Planet For The Planet Schokolade – kritisiert werden nicht belegte Baumspenden in Mexiko
- Tony’s Chocolonely – Beanstandungen bei zusätzlichen Nachhaltigkeitsbehauptungen
- Rapunzel „Hand in Hand“ – ist ein unternehmenseigenes Partnerprogramm und kein unabhängiges Fairtrade-Siegel
- Wichtig: Keiner dieser Punkte richtet sich gegen das Fairtrade-System selbst.
Warum entsteht dennoch ein falscher Eindruck?
Einige Medien fassen unterschiedliche Aspekte des Tests verkürzt zusammen – und genau hier verschiebt sich die Perspektive. Besonders deutlich wird das im Beitrag auf ZDF heute.de, der zwar viele Inhalte sehr gut erklärt, aber die zentralen Aussagen zu sozialen Kriterien nur verzerrt wiedergibt.
Der Beitrag bietet wertvolle Informationen, etwa:
• Hinweise zu Palmöl und Greenwashing bei Ferrero, Preissteigerungen aufgrund von Missernten in Ghana und der Elfenbeinküste sowie weiteren Herausforderungen der Lieferkette oder der Wertschöpfung in Produktionsländern.
Gleichzeitig wird im Zusammenhang mit der Überschrift „Faire Labels unter der Lupe: Kaum Nutzen für Kakaobauern“ und der Darstellung der Testergebnisse der Eindruck erzeugt, Fairtrade stehe im Fokus der Kritik – obwohl Stiftung Warentest dies ausdrücklich nicht so bewertet. Genau diese Verschiebung führte bei vielen Leser*innen zu Missverständnissen.
Fazit
Fairtrade wirkt – durch existenzsichernde Löhne, klare Kriterien, unabhängige Kontrolle und bessere Perspektiven für Kakaobauern. Die aktuelle Kritik von Stiftung Warentest betrifft allein zusätzliche Markenversprechen einzelner Unternehmen, nicht aber die Fairtrade-Zertifizierung.
Lassen Sie sich nicht verunsichern und greifen Sie bewusst zu fair gehandelten Produkten – für Transparenz und eine sozial-nachhaltigere Schokoladenproduktion.